Laser Klinik Kiel

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Akupunktur und Laserakupunktur

Die Akupunktur ist eine wirksame Therapie zur Schmerzlinderung, Modulation des Immunsystems und zur Behandlung funktioneller sowie psychosomatischer Erkrankungen.

Die chinesische Lehre von der Akupunktur geht davon aus, dass Energie in bestimmten Bahnen (Meridianen) durch den Körper fließt. Diese Energie trifft an über 700 Punkten an die Hautoberfläche. Wird der Energiefluss gestört, zum Beispiel durch Umwelteinflüsse wie Kälte, Wärme, Zugluft oder falsche Ernährung, seelische Belastungen und Überanstrengung, können verschiedene Krankheiten und Schmerzzustände entstehen.

Die Akupunktur ist eine Behandlungsform, die seit über zweitausend Jahren in Asien benutzt wird. In Europa wird sie besonders häufig zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt.

Die Dicke einer Akupunkturnadel beträgt etwa 0,20 - 0,35 mm, das entspricht etwa dem halben Durchmesser einer Injektionsnadel.

Aus rechtlichen Gründen ist darauf hinzuweisen, dass eine Wirksamkeit der Akupunktur und der Laserakupunktur mit anerkannten Prüfverfahren bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen worden ist. Dem Wesen nach entspricht die Behandlung deshalb einem sogenannten Heilversuch. Eine Wirkung kann erst im Behandlungsverlauf oder auch nach deren Abschluss eintreten oder auch völlig ausbleiben.

Die Lebensenergie fließt durch 12 Hauptmeridiane

Es gibt 12 Hauptmeridiane, die nach der chinesischen Medizin bestimmten Organen oder Funktionen zugeordnet sind. Durch diese Meridiane fließt ununterbrochen ein gewisses Maß an Lebensenergie. Stellt sich der Mensch mit erhobenen Armen auf, verlaufen sechs Meridiane von oben nach unten, vom Himmel zur Erde: das sind die Yang-Meridiane. Sie verkörpern das männliche Prinzip. Sechs Meridiane verlaufen umgekehrt, von unten nach oben von der Erde zum Himmel: das sind die Yin-Meridiane. Sie verkörpern das weibliche Prinzip. Dazu kommen noch zwei Sondermeridiane, die an der Mittelinie der vorderen und hinteren Körperlinie verlaufen. Für die chinesische Medizin sind Yin und Yang die Urprinzipien des Lebens. Und gesundes Leben kann es nur geben, wenn sich beide Kräfte im harmonischen Gleichgewicht befinden. Mit Hilfe der Akupunktur kann die Balance im Energiefluss von Yin und Yang wiederhergestellt werden.

Schmerzlinderung durch Harmonisierung des Energieflusses

Wird der Energiefluss über die entsprechenden Hautpunkte wieder harmonisiert, kommt es zu einer Linderung verschiedener Schmerz- und Juckreiz-Zustände. Bei der Behandlung werden die entsprechenden Akupunkturpunkte, die entlang der Meridiane liegen, durch einen sanften Reiz mit Akupunktur-Nadeln aktiviert. Die Akupunkturpunkte stehen mit einzelnen Organen und Organbereichen in Beziehung. Durch den Reiz werden den Akupunkturpunkten zugeordneten Organe zur Selbstheilung angeregt. Bei der Akupunktur wird also nicht das erkrankte Organ direkt behandelt, sondern der Meridian oder Akupunkturpunkt, dem das Organ zugeordnet ist.

Besserung verschiedener funktioneller Erkrankungen

Funktionelle Erkrankungen sind Erkrankungen, die nicht durch dauerhaften Organschaden verursacht wurden; sie lassen sich mit Hilfe der Akupunktur behandeln, bessern und heilen. Erkrankungen innerer Organe können mit Veränderungen und Schmerzen auf der Körperoberfläche einhergehen. So können beispielsweise Schmerzen im Bereich des rechten Schulterblatts ein Hinweis für eine Erkrankung der Gallenblase sein. So wie es einen Weg von den kranken inneren Organen zur Körperoberfläche gibt, so gibt es einen therapeutischen Weg von der Körperoberfläche zu den innerer Organen. Das heißt, mit der Akupunktur werden Reize gesetzt, die zu den inneren Organen gelangen und die deren Funktionsfähigkeit bessern oder wiederherstellen können.

Vor Beginn der Therapie muss vom Akupunkturarzt eine spezielle Diagnose gestellt werden, die auch andere Aspekte als die der Schulmedizin berücksichtigt. Erst dann können Funktionsstörungen von Organen mit Akupunktur behandelt werden.

Die Wirkung der Akupunktur

Für die Wirkung der Akupunktur werden verschiedene Mechanismen verantwortlich:

  • Die Bildung von körpereigenen morphinartigen Substanzen (Endorphinen) und Nerven-Überträger-Substanzen (Neurotransmittern). Diese Substanzen wirken schmerzlindernd und entspannend.
  • Aktivierung von Mechanismen zur Schmerzkontrolle. Reize an bestimmten Stellen sollen die Schmerzempfindlichkeit im Stammhirn verschließen. Dadurch können später auftretende Schmerzimpulse der Krankheit nicht mehr ankommen (Gate Control Theory).
  • Reflexwirkung der Akupunktur. Durch Reizung von Akupunkturpunkten auf der Haut werden die diesen Punkten zugeordneten Organe beeinflusst. 

Die Akupunktur ist nicht nur ein rasch wirksames Mittel zur Schmerzlinderung, sie wirkt zudem psychovegetativ entspannend, moduliert das Immunsystem um und ist aktivierend, zum Beispiel bei Lähmungen. Auch werden mit Hilfe der Akupunktur die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert.

Allerdings: Die Akupunktur kann nur heilen, was gestört ist, nicht aber, was zerstört ist.

Neben der klassischen Körperakupunktur gibt es noch Sonderformen wie: Ohrakupunktur, Mundakupunktur, Schädelakupunktur.

Akupunktur kann z.B. helfen bei:

  • Allergien (z.B. Heuschnupfen)
  • Hautkrankheiten (z.B. Neurodermitis, entzündlichen Hauterkrankungen, Schuppenflechte / Psoriasis, Schmerzzuständen nach Gürtelrose / Zoster, schlecht heilenden Wunden)
  • gynäkologischen  Störungen
  • Kopfschmerzen unterschiedlicher Ursache (Migräne, Spannungskopfschmerz)
  • Schmerzen am Bewegungsapparat / orthopädischen Krankheitsbildern (Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen)
  • Ischias
  • psychovegetativen Störungen (z.B. Schlafstörungen)
  • Raucherentwöhnung

Die vollständige Liste nach den Empfehlungen führender Akupunkturverbände finden Sie hier.

Die Akupunktur sollte nicht eingesetzt werden bei:

  • allen Erkrankungen mit unklarer Diagnose
  • schweren psychiatrischen Erkrankungen
  • infektiösen, fieberhaften Erkrankungen
  • Krebsleiden (außer zur Schmerztherapie)

Wie geht die Behandlung vor sich?

Der Arzt wird die Therapie beginnen, indem er Sie ruhig und entspannt lagert, d.h. meistens liegend. Beim Einstich entsteht eine minimal unangenehme Empfindung, die beim Tieferführen der Nadel in der Regel verschwindet. Erst wenn die Nadel an ihrem endgültigen Platz ist, soll ein unterschiedlich starkes, meist nicht als unangenehm empfundenes, dumpfes Gefühl entstehen, was mir der Nadelwirkung gekoppelt ist und "de-Qi" genannt wird. Nach einigen Minuten lässt dieses Gefühl nach, so dass Sie ohne größere Empfindungen während einer Behandlungsdauer von ca. 20 Minuten liegen. Es werden immer so wenig Nadeln wie möglich gestochen, während einer Sitzung maximal 10 -12 .

Welche Nebenwirkungen hat die Akupunktur?

Bei richtiger Anwendung und Beachtung der anatomischen Gegebenheiten ist die Akupunktur praktisch nebenwirkungsfrei. In seltenen Fällen kann es zu einer vorübergehenden Kreislaufreaktion (z.B. Schwindel) kommen, die durch Entfernen der Nadel behebbar ist. Während der Schwangerschaft dürfen einige Punkte, die eventuell wehenauslösend sind, nicht genadelt werden.

Die Akupunktur / Laserakupunktur kann sogenannte     "überschießende" Reaktionen auslösen, die vom Patienten in der Regel als unerwünscht empfunden werden. Dazu zählen (nach Prof. Melchart, Münchner Modell, Modellprojekt Akupunktur der Ersatzkassen):

  • Vorübergehend übermäßige Entspannung und Ermüdung nach der Behandlung, unter Umständen mit Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit. 
     
  • Vorübergehende vegetative Reaktionen wie Schwitzen oder Schwächegefühl, Schlafstörungen.
     
  • Vorübergehende, sehr selten auch länger anhaltende Verstärkung des zu behandelnden Leidens. (Auch möglich z.B. durch Nicht-Ansprechen auf die Akupunkturbehandlung)
     
  • Aktivierung von latenten (bereits vorhandenen, aber noch nicht ausgebrochenen) Krankheitsprozessen. 
  • Vorübergehende Nervenreizungen, evtl. mit Schmerz- und Sensibilitätsstörung in der Einstichregion.

Mögliche Komplikationen und unerwünschte Folgen der Akupunktur können sein:

  • Durch die Akupunkturnadel können kleine Blutgefäße verletzt werden. Dadurch kann die Einstichstelle etwas bluten oder ein Hämatom (blauer Fleck) entstehen. 
  • Einige Patienten reagieren auf den Einstich der Akupunkturnadeln vorübergehend mit Kreislaufsymptomen wie Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Blutdruckabfall.

Mit Ausnahme des Hämatoms und der vorübergehenden Kreislaufstörungen sind alle unerwünschten Wirkungen extrem selten. Ihre Häufigkeit wird auf unter 0,01 % der Behandlungen geschätzt, d.h. sie kommen höchstens einmal unter 10.000 Behandlungen vor:

  • Beim Stechen der Akupunkturnadeln besteht ein sehr geringes Risiko einer Entzündung. Die Übertragung z.B. einer Leberentzündung (Hepatitis) oder von Aids (HIV) ist bei der Benutzung steriler Einwegnadeln ausgeschlossen. 
     
  • In extrem seltenen Fällen kann die Akupunkturnadel vergessen werden oder abbrechen. Im schlimmsten Fall kann dies einen operativen Eingriff zur Entfernung der Nadel erforderlich machen. 
     
  • In Einzelfällen wurde beschrieben, dass bei nicht sachgerechter Benutzung von Akupunkturnadeln innere Organe wie Herz und Lunge verletzt wurden.
  • Die letztgenannten Risiken sind bei der Laserakupunktur ausgeschlossen.

Kostenerstattung

Die Kosten der Akupunktur werden nach besonderem Antrag unter Angabe der exakten Diagnose sowie der bisherigen Therapie und deren Erfolg von der GKK (Gesetzliche Krankenkasse) eventuell teilweise, manchmal sogar ganz übernommen. Einige PKV (Privat-Krankenversicherung) führen in ihrem Leistungsangebot auch Akupunktur auf und übernehmen die Kosten vollständig. Andere PKV lehnen dies ab.

Laserakupunktur

Die Laserakupunktur wird neben oder anstelle der Nadelakupunktur seit den 70er Jahren angewendet. Laserlicht ist ein sehr energiereiches Licht. Ziel ist die Stimulierung der Akupunkturpunkte durch das energiereiche Laserlicht ohne die Haut zu nadeln oder zu öffnen.
Die Behandlung ist aseptisch und schmerzarm.
Durch die exakte Strahlführung kann der Laserstrahl an allen Körperteilen punktgenau angesetzt werden.
Weiterhin verfügt Laserlicht über einen schmerzstillenden, entzündungshemmenden und stimulierenden Effekt.

Ist der Laserlicht gefährlich?

Laserstrahlen sind nicht so aggressiv wie Sonnen-(UV) -  oder Röntgenstrahlen und richten keine vergleichbaren Schäden an. Das Licht des Akupunkturlasers kann nur bis maximal 5 Millimeter tief in die Haut eindringen. Es besteht daher keine Gefahr für tiefere Hautstrukturen. Da Laserlicht aber durch die Konzentration der Augenlinse  potentiell schädlich sein kann, müssen die Augen während der Behandlung durch eine Brille aus speziellem Filterglas geschützt werden.

Wie geht die Behandlung vor sich?

Die Behandlung beginnt wie bei einer Nadelakupunktur mit einem ausführlichen Gespräch mit Ihre Akupunkturarzt. Aus den über 700 bekannten Akupunkturpunkten kann er  dann eine sinnvolle Auswahl treffen. Anschließend wird das Laserlicht auf die ausgewählten Punkte gelenkt.


Was ist nach der Behandlung zu beachten?

Ein Narbenrisiko durch die Behandlung selbst besteht nicht.
Rufen Sie uns an, wenn doch einmal Hautreaktionen auftreten sollten, z.B. ein Bläschen.

Was gibt es noch zu beachten?

Während der Behandlung muss die vorgeschriebene Schutzbrille getragen werden.

Die Haut sollte möglichst blass sein. Jede Art von Pigmenten in zwischen oder über den Äderchen liegenden Hautschichten - auch Selbstbräuner - lassen Licht weniger tief eindringen und verringert damit den Effekt erheblich. Auf Solarienbesuche und Sonnenbäder sollte deshalb vor der Laserakupunktur verzichtet werden.

Die Abstände zwischen den einzelnen Behandlungssitzungen betragen einige Tage.

Ist die Akupunkturbehandlung erschwinglich?

Die Kosten für eine Sitzung liegen erfahrungsgemäß zwischen 25 und 60  Euro. Die Anzahl der Sitzungen richtet sich nach der Art der Erkrankung und bewegt sich meist im Rahmen von drei bis zehn Sitzungen.

Diese Patienteninformation wurde gestaltet unter Verwendung von Texten der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur.

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